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Der Schweizer Kynologe Dr.h.c. Hans Räber

über "Der Wolfsspitz"

"Das 416 Seiten umfassende, mit 395 Fotos illustrierte, bereits in 2. Auflage erschienene Buch ist zur Zeit die umfassendste Monografie über den Wolfsspitz. Die Autorin hat gründlich recherchiert und hat als Züchterin von 12 Würfen eigene Erfahrungen gesammelt, die sie in den Text einfließen lässt.

Warum die einst so zahlreich vertretenen Großspitze mittlerweile zur 'Specie rara' geworden sind, ist schwer zu sagen, sind sie doch recht problemlose Hunde; ihr relativ straffes Haarkleid erfordert nicht mehr Pflege als bei anderen, ähnlich behaarten Rassen, es wird weder getrimmt noch geschoren, einmal pro Woche durchkämmen und durchbürsten genügt.

Auch die Meinung, alle Spitze seien unverbesserliche Kläffer, hält einem objektiven Urteil nicht stand. Es ist eine Frage der Haltung, ob ein Spitz zum Kläffer wird, oder ob seine Wachsamkeit sich in Grenzen hält. Spitze haben wenig gesundheitliche Probleme und gehören zu den langlebigsten Rassen; ein zehnjähriger Wolfsspitz steht immer noch im 'besten Alter'. In der Regel haben Wolfsspitze keine Jagdpassion, aber unbedingt darauf verlassen sollte man sich nicht, zumal bei der heutigen Haltung 'Wildreinheit' kaum mehr ein Selektionsmerkmal ist.

Etwas verwirrlich ist immer noch der Doppelname 'Wolfsspitz/Keeshond'. Glücklicherweise entging der Wolfsspitz der Gefahr, in zwei Rassen aufgeteilt zu werden, obschon von 1933-1960 in Holland Keeshond und Wolfsspitz getrennte Standards hatten. Der Keeshond-Standard wurde dann durch die FCI ersatzlos gestrichen, dennoch konnte nicht verhindert werden, dass die Meinungen der Richter auf dem Kontinent und derjenigen in England auseinanderdriften. Wir kennen das Problem auch bei anderen Rassen!

Spitze sind ohne Zweifel eine uralte Form des Haushundes, doch der von Th. Studer erstmals verwendete Begriff 'Pfahlbauspitz' für den Hund der neolithischen Siedler an den Ufern der Schweizer Seen weckte falsche Vorstellungen. Die Schädelform eines heutigen Wolfsspitzes weicht deutlich vom Schädel eines Torfhundes ab.

Dass sich jedoch diese Form des Haushundes über Jahrtausende hinweg fast unverändert erhalten hat, beweist, dass der Spitz offensichtlich viele Ansprüche des Menschen an den Hund abzudecken vermag. 'Ein Wolfsspitz ersetzt praktisch mehrere Hunde', ist wohl das größte Lob, das eine Hunderasse für sich beanspruchen darf.

Der interessierte Spitzfreund findet im Buch eine umfangreiche Darstellung der Wolfsspitzzuchten in verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern, insbesondere auch derjenigen in der Schweiz, und außerdem noch Hinweise auf die heute fast verschwundenen 'andersfarbigen' Wolfsspitze.

Zu einer umfassenden Rassenmonografie gehören Ratschläge zur Zucht und Aufzucht, zur Erziehung, Ernährung und Körperpflege. Hier spricht die Autorin aus langjähriger Erfahrung als Züchterin, Erzieherin und Ausstellerin.

Weil vieles, was über den Wolfsspitz ausgesagt wird, für die Spitze ganz allgemein gilt, kann das Buch jedem Spitzfreund wärmstens empfohlen werden."

Dr. Hans Räber, Mai 2003